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Warum ist Erneuerbarkeit wichtig?

Veröffentlicht am: 08.05.2018

Verschiedene Arten erneuerbarer Ressourcen
Eine erneuerbare Ressource ist jene, die sich mit der Zeit selbst wieder reproduziert. Ein Wald ist beispielsweise eine erneuerbare Ressource, da die Bäume nachwachsen und erneuerbare Rohstoffe liefern, solange der Wald nachhaltig bewirtschaftet wird.

Ein weiteres Beispiel für erneuerbare Ressourcen sind Rohstoffe, die durch nachhaltige Landwirtschaft entstehen. Die Ernte landwirtschaftlicher Produkte hinterlässt immer auch pflanzliche Rückständen, die als erneuerbare Rohstoffe verwendet werden können. Auch kann die Pflanze selbst zum Rohstoff-Lieferanten werden; hierbei sollte jedoch sichergestellt sein, dass sie nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelversorgung steht.


Elopak’s Verwendung erneuerbarer Rohstoffe
Bei Elopak streben wir danach, den Anteil erneuerbarer Rohstoffe in unseren Verpackungen zu erhöhen, wo immer dies möglich ist.

Bereits rund 75%, nämlich das Kartonmaterial in unseren Verpackungen, wird immer erneuerbar sein, denn es stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Die Rohstoffe werden vom Forest Stewardship Council™ (FSC™) verfolgt und dokumentiert, um sicherzustellen, dass sie den Standards für nachhaltige Forstwirtschaft entsprechen. Ein gewisser Kunststoffanteil im Getränkekarton ist notwendig, um das abgefüllte Produkt zu schützen, möglichst lange Haltbarkeit zu garantieren und Undichtigkeiten in der Verpackung zu vermeiden.

Im Einsatz von Kunststoff verwenden wir zunehmend Materialien, die auf erneuerbaren Rohstoffen basieren und in Herkunft und Herstellung unseren strengen Nachhaltigkeitskriterien entsprechen. Die derzeit in Elopak eingebrachten erneuerbaren Kunststoffe basieren auf Zuckerrohr aus Brasilien und auf Tallöl, einem Rückstand der Papierherstellung.

Die Bedeutung erneuerbarer Rohstoffe heute
Die Verwendung erneuerbarer Rohstoffe ist aus ökonomischen wie auch ökologischen Gründen von Bedeutung. Zunächst einmal kann die Welt nicht ewig auf endliche und fossile Ressourcen vertrauen. Diese Ressourcen sind begrenzt und werden auch mit der Zeit nicht wieder aufgefüllt. Der Wechsel zu erneuerbaren Ressourcen muss eher früher als später geschehen. Des Weiteren haben erneuerbare Ressourcen einen signifikant geringeren CO2-Fußabdruck als fossile Ressourcen. Der Grund hierfür ist, dass Pflanzen während ihres Wachstums Kohlenstoffdioxyd (CO2) aus der Atmosphäre absorbieren. Werden Pflanzen in Produkten oder Rohstoffen eingesetzt, wird der Kohlenstoff solange darin eingeschlossen, bis er bei der Verbrennung oder Verrottung der Produkte auf einer Deponie wieder freigesetzt wird. Da der Kohlenstoff ursprünglich aus der Atmosphäre stammt, wird er bei der Freisetzung in die Atmosphäre nicht gewertet.

Bei fossilen Ressourcen verhält es sich jedoch anders. Der im Öl oder Gas enthaltene Kohlenstoff stammt ursprünglich aus Pflanzen, die vor Millionen von Jahren gewachsen sind. Daher zirkulierte der Kohlenstoff in fossilen Ressourcen nur für kurze Zeit in der Atmosphäre. Wenn Öl und Gas in Produkte oder Materialien umgewandelt werden, die dann entweder verbrannt oder deponiert werden, wird das CO2 der Atmosphäre als "neue" Emissionen zugeführt.

Wenn wir die Kohlenstoffemissionen der Verwendung erneuerbarer Rohstoffe kalkulieren, zählen nur die direkten Emissionen, die durch Fahrzeuge und Fabriken entstehen, die an der Herstellung und dem Transport beteiligt sind, nicht der Kohlenstoffgehalt des Rohstoffs selbst. Im Falle fossiler Rohstoffe zählen sowohl die Emissionen aus Produktion und Transport als auch die Emissionen der Rohstoffe selbst. Deshalb sind die Emissionen fossiler Rohstoffe meist deutlich höher.

Die erneuerbare Wertschöpfungskette
Es ist oftmals deutlich komplexer, Produkte und Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen anstelle fossiler Ressourcen herzustellen. Der Grund hierfür ist, dass Öl und Gas Rohstoffe sind, die direkt verwendet werden können. Sofern die erneuerbare Ressource nicht beispielsweise in Form von Holz verwendet wird, muss sie zunächst in eine andere, brauchbarere Form umgewandelt werden.

Polyethylen stellt ein gutes Beispiel für diese Wertekette dar, da es sowohl aus erneuerbaren als auch fossilen Rohstoffen hergestellt werden kann. Wird es aus Öl hergestellt, so wird der Rohstoff (Naphtha, ein Bestandteil des Öls) in eine Spaltanlage gegeben, welche die Naphtha-Kohlenstoff-Kette in kürzere Moleküle, sogenannte Monomere, trennt. Die Monomere werden dann in eine Repolymerisationsanlage gegeben, welche die verkürzten Ketten wieder zu den langen Kohlenstoffketten von Polymeren, und in diesem Fall Polyethylen (PE), verbindet.

Um das Gleiche mit einem Baum zu erreichen, muss dieser zunächst kleingeschnitten und zu einer Papierfabrik gebracht werden. Die Bäume werden mechanisch in Holzspäne gemahlen und in einen chemischen Zellstoffkocher gegeben. Durch diesen Prozess entsteht Zellstoff, der zur Herstellung von Papier und Karton verwendet wird. Ein Rückstand dieses Prozesses ist ein baumbasiertes Öl, sogenanntes Tallöl. Es ist ein wertvolles Material, das häufig in der Chemieindustrie zur Herstellung verschiedener Produkte wie beispielsweise Make-up eingesetzt wird. Tallöl kann auch zur Wiederaufbereitung und Produktion von Naphtha (sogenanntes Bio-Naphtha) verwendet werden. Dieses Bio-Naphtha ist chemisch identisch zu fosillem Naphtha und kann als aternativer, kohlenstoffarmer Rohstoff in einer Spaltanlage, wie oben beschrieben, zur Produktion von Polyethylen (PE) verwendet werden.

Die Wertschöpfungskette von erneuerbaren Polymeren ist erheblich länger und komplexer als die fossiler Polymere und erfordert Investitionen in neue Technologien.

Eine erneuerbare Zukunft
Die Welt steht am Anfang einer "biobasierten" Wirtschaft, in der fossile Rohstoffe sukzessive durch erneuerbare ersetzt werden.

Wir sehen es als unsere Pflicht, diese Entwicklungen weiter zu fördern und sind stolz, hier mit dem Launch des biobasierten PEs bereits eine Pionierrolle eingenommen zu haben.